Dynamische Integration

Pädagogik ist Anleitung und Begleitung beim Erlernen von natürlichen Vorgängen.

Bewegen - Wahrnehmen - Differenzieren


Dynintegra© Bewegungspädagogik
Dynamische Integration

Die Dynamische Integration ist eine sensomotorische Bewegungslehre. Aus der Anleitung zur Eigenwahrnehmung ergibt sich ein vertieftes Selbsterleben, eine bessere Bewegungsorganisation und ein erweitertes Bewegungsspektrum. Dies führt zu mehr Handlungsfreiheit in Bewegung, Denken und Fühlen.

Im Blick der Dynamischen Integration sind Menschen mit und ohne Behinderung. Von unserer Arbeit profitieren Menschen mit Körperbehinderung, schwerer Mehrfachbehinderung, intellektuellen und seelischen Beeinträchtigungen.

Die Dynamische Integration arbeitet ressourcenorientiert. Vorhandene Möglichkeiten werden erkannt, erfahrbar und erweitert. Lernfreude und Lernfähigkeit werden angeregt.


Dynamische Integration als Psychomotorisches Angebot


Die Psychomotorik beschäftigt sich mit den zentralen Zusammenhängen von Bewegung, Wahrnehmung, Entwicklung und Erschließen von Lebenswelt. Durch den Körper erfährt der Mensch über sich und seine Umwelt. Über Bewegung drückt ein Mensch sich aus und beeinflusst aktiv sein Umfeld.

Psychomotorik definiert Körper- und Bewegungserfahrungen als die Grundlagen von Persönlichkeitsentwicklung, Lernen, Beziehungsaufbau und Identität. Entwicklung ist angewiesen auf Impulse aus der Umwelt. Wahrnehmung und Bewegung müssen strukturiert werden, um Muster bilden zu können, die den Ausgangspunkt für Handlungskompetenzen darstellen.

Je mehr Muster zur Verfügung stehen, umso besser kann Anpassung an Umweltbedingungen und Anforderungen gelingen (vgl. Kuhlenkamp 2017, 24 - 27).

Ihrer besonderen Situation geschuldet haben Menschen mit Behinderung als Kinder seltener die Gelegenheit ein gutes und umfassendes Körperschema aufzubauen und ihre Körpermotorik zu entwickeln.

Die Dynamische Integration ermöglicht über bewusste Körper- und Bewegungserfahrung die Initiierung von Bewegung oder eine Verfeinerung der bestehenden Bewegungsmuster. Genutzt werden dazu die Strategien des menschlichen Gehirns, neuronale Verknüpfungen zu erstellen, um Entwicklung zu ermöglichen und voranzutreiben. 

Die Tatsache der Neuroplastizität gewährleistet eine Erweiterung von Spielräumen, Handlungskompetenzen und Lernen in jeder Lebensphase.

Selbstwahrnehmung, Eigentätigkeit, selbstständiges Handeln und damit Erfahrungen von Selbstwirksamkeit werden im Kleinen bis zum Großen erlebbar.

Dass ein Mensch lernt, eine Handlung zu koordinieren, sich durch Bewegung bemerkbar zu machen, eine Tätigkeit einzuleiten oder an einer pflegerischen Handlung teilzunehmen, bedingen einen wesentlichen Unterschied in der Lebensqualität.

Dies wirkt sich aus auf Selbstbild und Selbstwert, auf Initiative und Motivation.


Menschen mit schweren Mehrfachbehinderungen verlieren mit stundenlangem Sitzen im Rollstuhl zunehmend an Körperwahrnehmung, was wiederum Spastizität begünstigt. Vermeintlich entstehen Kontrakturen, der Mensch ist starr und behält seine Rollstuhl Sitzposition auch außerhalb, zum Beispiel im Bett, bei.

Dies schränkt zusätzlich Eigeninitiative und Selbstbestimmung ein. Assistenzbedarf und Abhängigkeit erhöhen sich.

In unserer Arbeit mit schwer mehrfachbehinderten Menschen setzten wir bei dem an, was möglich ist und interessiert.

Der Mensch mit Behinderung erlebt sich selbsttätig und selbstwirksam und äußert dies mit einer verstärkten Aufmerksamkeit. Die Handlungsfähigkeit, erlebt über nonverbalen Responsivität, führt zur Handlungsbereitschaft und gewährleistet positive Wechselwirkungen und Entwicklung.

Funktionale Perspektive der Psychomotorik: 

Über bewusste Wahrnehmung einer Bewegung kann deren Effizienz, deren Tempo und Sicherheit verbessert werden. Kontraproduktive Bewegungsmuster dringen ins Bewusstsein und können „losgelassen“ werden.

Strukturelle Zusammenhänge des Bewegungsapparats werden +/- bewusst verinnerlicht. Diese angeleiteten Strukturierungsübungen haben zur Folge, dass Strukturierung auch auf anderen Ebenen besser gelingt. Wahrnehmungen aus der Umgebung können besser geordnet und eingeordnet werden. Damit erkläre ich mir die Erfolge einer Kollegin, die im Feld „Kinder mit Lernschwierigkeiten“ arbeitet. 

Indem Wege zur „leichten Bewegung“ gesucht und gefunden werden, trainiert ein Mensch Ausdauer, Bewältigungsstrategien, Problemlösungsfindung und entwickelt Fehlerkultur.


Ökologisch-systemische Perspektive:

Gerade für schwer mehrfachbehinderte Menschen, aber auch alle anderen, kann die Bewegungspädagog*in mit der DI eine dialogische Antwortbeziehung etablieren (Resonanz). DI ist ein wertschätzendes, respektierendes Beziehungsangebot.

„Erkundungsaktivität wird durch Bewegungsdialektik angeregt“ (vgl. Fischer 2019, 54)

Über Differenzierung entsteht Bedeutung und intrinsisches Interesse (Facharbeit). DI befähigt Unterschiede zu erkennen und Unterschiede zu suchen. Differenzierung wird am eigenen Leib erlernt. Welche Bewegung „ausprobiert werden“ möchte, entscheidet die Klient*in selbst. Damit kann sie sich immer auf sicherem Territorium bewegen.

Die Fertigkeit der Unterscheidung kann bewusst eingesetzt werden, um Motivation für ein bestimmtes Thema zu initiieren. Dies ist im Kontext Schule von Bedeutung. (Ich befasse mich mit einem wenig ansprechenden Thema. Ich richte meine Aufmerksamkeit auf Einflüsse, Veränderungen, das Thema betreffen und kann damit Interesse initiieren.

Differenzierung erlaubt Spannungszustände der Muskulatur zu beeinflussen. Differenzierung erlaubt Wahlmöglichkeiten und Selbststeuerung. Dies wirkt sich auf Autonomie und Selbstbestimmung aus und überträgt sich auf die psychische Ebene einer Person.

Spielen mit Bewegungsmöglichkeiten initiiert Planungskompetenzen.


Sabine Mansoory

Heilpädagogin

Bewegungspädagogin Dynamische Integration




Heilpädagogische Bedeutung



Die Leitmotive meiner heilpädagogischen Arbeit gehen von einem personalistischen Menschenbild aus. Sie basieren auf dem zentralen heilpädagogischen Grundverständnis von Freiwilligkeit, Ganzheitlichkeit, Würde und der Einmaligkeit jeder Lebenslage. Sie beziehen sich auf:

  • Martin Buber: „Der Mensch kann nur am Du werden und wachsen“ (Flosdorf 2009,11), dem Dialogischen Prinzip, der Annahme des Partners, dem Vertrauen in das Potential des Partners und der Echtheit im Gespräch.  
  • Paul Moor: Das Halt suchende Kind und die damit verbundene Annahme, dass über einen äußeren Halt zu innerem Halt gefunden werden kann. „Nicht gegen den Fehler, sondern für das Fehlende“.
  • Suniya Luthar: „Resilienz beruht, grundlegend, auf Beziehung“ (Luthar 2006 in Fröhlich-Gildhoff/Rönnau-Böse 2015, 32).


Die Arbeit mit Dynamischer Integration stützt meine personalistische Haltung, bestätigt und stärkt meine Überzeugung von der Entwicklungs- und Entfaltungsfähigkeit einer jeden Person. Sie ist ein Beziehungsangebot und als verstehende, akzeptierende Beziehung Resilienz steigernd.

Die DI ist pädagogisch und ergebnisoffen. Die Eigeninitiative der Klient*in wird sensibel wahrgenommen. Darauf aufbauende Möglichkeiten werden angeboten. Physiologische Kenntnisse des Bewegungsapparats sind hierfür genauso zwingen wie pädagogische Grundkenntnisse.

Di hilft ein gutes und umfassendes Körperschema aufzubauen. Der Körper wird erlebt. Dies wirkt einer Tendenz zur Instrumentalisierung und Körperdistanzierung entgegen.


Thomas Fuchs spricht von der Leiblichkeit, die erlernt werden muss. 

Die Grundfesten der DI sind Wahrnehmung und Differenzierung. Einer Bewegungshandlung wird spielerisch die Anleitung zur Differenzierung angefügt.

„Zugleich ist der Körper der Spiegel psychischen Erlebens“ (Fischer 2019, 20)

DI bietet die Möglichkeit eigene emotionale Befindlichkeit, Erregungs- und Spannungszustände zu erkennen, zuzuordnen und gegebenenfalls zu kontrollieren. (Beispielsweise geht eine hohe Spannung der Bauchmuskulatur oftmals mit einem unbestimmten Gefühl von Angst einher). Ausgehend von den, ebenfalls von Fuchs beschriebenen Wahrnehmungs- und Erfahrungsschleifen, begünstigt diese Art der Selbsterfahrung Empathie und allgemein die Fähigkeit zur sozialen Anpassung und Interaktion.

Das Erkennen, Einordnen und Handhaben von Emotionen und allgemein Befindlichkeiten, geht mit Gefühlen der Selbstwirksamkeit einher und korrespondiert mit der Resonanzbereitschaft und Weltbeziehung eines Menschen (Rosa: Resonanz).

Die DI knüpft an die Bezugnahme als Grundlage menschlichen Seins (vgl. Thomas Fuchs). Menschen mit schweren Mehrfachbehinderungen werden von der Bewegungspädagog*in über ihre eigene Achtsamkeit und Wege der Aufmerksamkeitslenkung angesprochen. Eine dialektische Antwortbeziehung initiiert sich, ein Resonanzangebot eröffnet sich und schafft für die Klient*in Gelegenheit Selbstwirksamkeit zu erfahren.

Die Responsivität der Bewegungspädagog*in ist „antwortende Welt“ und verhilft der Klient*in, zu einem Gefühl von Lebendigkeit und Wohlbefinden. Die Pädagog*in erschließt sich dabei die leibliche Sprache der Klient*in.

Das Spüren von sich selbst ist körperbezogene Bildungsarbeit und eröffnet den Horizont der Empfindungen und Gefühle (Schellhammer 2019, 297 ff.)

Seelisches Erleben, so Fuchs, ist, bei den Dingen sein, und je mehr sich dies entwickelt, umso mehr strebt es nach außen und verbindet sich (vgl. Fuchs 2018, 20).

Thomas Fuchs spricht davon, dass für Kinder eine resonante und leiblich vermittelte Form des Austausches sehr wichtig ist, da sich dieses Vermögen in ihnen erst ausbildet. Hat ein Kind keine Möglichkeit zur integralen Sinnesschulung, ist Selbstentfremdung vorprogrammiert. Er warnt vor einer latenten Entfremdungstendenz unserer Gesellschaft, der damit begegnet werden muss, Erleben wieder in den Blickpunkt zu rücken.

Erleben ist die Umwendung nach innen auf der Suche nach dem Widerhall des Erfahrenen dort. Die Umwendung gipfelt im Resonanzerfahren (vgl. Fuchs 2018,18f.).


Rosa ist nach langjähriger Arbeit mit hochbegabten Jugendlichen überzeugt: „., dass das entscheidende Charakteristikum von Begabung nicht Intelligenz, sondern Resonanzfähigkeit ist“ (Rosa 2016,418). Diese zeichnet sich durch tiefgreifendes Interesse aus und eine unverrückbare Selbstwirksamkeitsüberzeugung, die Dinge zur Antwort zu bringen und daran wachsen zu können und zu wollen (vgl.ebd.418).


Literatur:

Barbara Schellhammer 2019: Fremdheitsfähig werden

Fuchs, Thomas (2018): Leib∙Raum∙Person

Fuchs Thomas (2017): Das Gehirn – ein Beziehungsorgan

Baniel, Anat (2012): Kids Beyond Limits

Fischer, Klaus (2019): Einführung in die Psychomotorik

Rosa, Hartmut (2016): Resonanz

Rosa Hartmut (2020): Unverfügbarkeit


Theorie


Dynamische Integration und die Arbeit mit Menschen mit Behinderung
Von Bewegungslektionen Dynamische Integration (Dynintegra©)profitieren Menschen mit körperlichen, geistigen oder psychischen Behinderungen. Die Vorgehensweise erklärt sich durch aktuelle Erkenntnisse der Hirnforschung auf dem Gebiet der Neuroplastizität. Die Dynamische Integration basiert auf der Feldenkraismethode und erweitert diese mit Erfahrungen aus der Posturalen Integration und physiotherapeutischer Arbeit.

"Die Fähigkeit des Nervensystems neue Verknüpfungen im Gehirn aufzubauen, ist elementarer Bestandteil jeder echten Veränderung"
Moshe Feldenkrais

Kern des Konzepts ist die Erkenntnis, dass das Gehirn in seiner Entwicklung, Organisation und Reorganisation angeregt und unterstützt werden kann. Dies geschieht über das Medium Bewegung. Ausgegangen wird von Fähigkeiten, die bereits bestehen und verfeinert oder erweitert werden. Das Gehirn ist in der Lage, Lösungen für Probleme zu finden. Diese Kapazität kann durch die Arbeit in nonverbaler Kommunikation unterstützt werden. Über Berührung und kleine Bewegungen wird die Aufmerksamkeit gelenkt und über die Anregung des Differenzierungsvermögens neue neuronale Verschaltungen ermöglicht (Neuroplastizität). Dies kann ebenso zur Entspannung von verhärteter Muskulatur führen, wie zu einer Erweiterung des Bewegungsrepertoires oder zu einer besseren Koordination von Bewegung. Der Mensch lernt.

Über eine Verbesserung der Beweglichkeit können kognitive und emotionale Fähigkeiten positiv beeinflusst werden. Bewegen, denken, wahrnehmen und fühlen stehen in einer engen Wechselwirkung. Diese Erkenntnis wird in pädagogischen Ansätzen genutzt. Derzeit wird sie an verschiedenen therapeutischen Einrichtungen, wie auch an pädagogischen Institutionen, u.a. am Landeskonservatorium in Feldkirch, unterrichtet.

Die Annahmen über die Entwicklungstendenz und Lösungsorientierung des Gehirns wurden von Varela und Maturana beschrieben und seither über die Disziplin der Neuroplastizität weiter erforscht.


Sabine Mansoory


Literatur:
Ayres Jean,1995 Bausteine der kindlichen Entwicklung, Springer Verlag
Paul Doron Doroftei, 2015, Die Feldenkrais Methode - Ein Weg aus der Zerebralparese im Säuglingsalter und in der Frühkinheit. BoD-Books, Norderstedt.
Chava-Shelhav-Silberbusch, 1999, Bewegung und Lernen - Die Feldenkrais Methode als Lernmodell, Verlag Modernes Lernen, Dortmund
Maturana, Humberto/ Varela, Francisco, 1987, Der Baum der Erkenntnis, Scherz Verlag Bern und München
Thompson E., Varela FJ 2001 Radical embodiment: Neural dynamics ans conciousness, Trends in Cognitiv Sience 5: 418-25.
Lewis MD, Todd RM.2005. Getting emotional - A neural perspective on emotion,intention and consciousness. Journal of Consciousness Studies 12(8-10): 213-38
Coq J-O,Byl N, Merzenich MM.2004. Effects of sensorimotor restriction and anoxia on gait and motor cortex organisation: Implications for a rodent model of cerebral palsy. Neurosience129 (1): 141-56

Historie



Die Dynamische Integration (Dynintegra©) wurde Anfang der 80er Jahre von Ruth Grühling als eine eigenständige Methode aus der Praxis für die Praxis entwickelt. Sie entstand in Zusammenarbeit mit Ihrem Mann Heinz Grühling. Sie beinhaltet die empirische Erfahrung Jahrzehnte langer Praxisarbeit. Die Dynamische Integration basiert auf der Feldenkrais-Methode und erweitert diese durch Erfahrungen der Posturalen Integration und physiotherapeutischer Arbeit. Ruth Grühling verweist immer wieder auf die Zusammenhänge von Gleichgewicht und kognitiven Fähigkeiten. Die Schwerkraftempfindung und deren Nutzung über das labile Gleichgewicht, die Differenzierung von sensorischen Reizen, sprechen die Entwicklung des Nervensystems an.

Die Methode beeinflusst nicht nur Bewegungskoordination, sondern auch Lernvermögen und soziale Kompetenzen. Die Selbstwirksamkeit eines Menschen verbessert sich durch Wahlmöglichkeit in seinen Handlungen, seinem Denken, seinem Fühlen.

Die Selbstwirksamkeit hängt eng zusammen mit den Sozialen Kompetenzen und dem Selbstbild.

https://www.allgaeuer-institut-dynintegra.de/

Sabine Mansoory - 1993 schließe ich die Ausbildung zur Dynintegra©-Bewegungslehrerin bei Ruth und Heinz Grühling ab. Ich arbeite damit freiberuflich im Bereich von Schmerzen im Bewegungsapparat. Erst 2015 wird mir, durch meine intensive Beschäftigung mit Neuroplastizität die Bedeutung der Methode für die Gehirnentwicklung klar. Profitieren können davon Menschen mit Behinderung und Entwicklungsstörungen auf körperlicher, sozialer und emotionaler Ebene.

Michael Mayr arbeitet seit 1999 selbstständig, parallel mit Dynamischen Integration und der Feldenkrais Methode in Gruppen. Er setzt seine Kenntnisse in der Rehabilitation von Haltungsproblemen, Verletzungsfolgen oder bei chronischen Schmerzen ein. Über die Methode erreichen die Klienten erhöhte Selbstwahrnehmung und verbessertes Körperbewusstsein. Deutliche Entspannung, gesteigerte Beweglichkeit sowie ein angenehmeres Körpergefühl sind sofort spürbar.

Seit 2017 arbeitet er mit sehr gutem Erfolg bei Menschen mit schweren Körper - und Mehrfachbehinderungen.

http://www.dynintegra-feldenkrais.de/

Eva Hopf unterrichtet an der Mittelschule Bregenz-Stadt seit 2008 das ganzheitlich-sensomotorische Bewegungskonzept, Dynintegra© als interdisziplinäres Zusatzangebot. Ihre innovative Pädagogik steht dort allen Musikklassen, wie auch dem Pflicht- und Sonderpädagogischen Bereich (SPF) zur Verfügung. Es erfreut sich großer Beliebtheit.

Eva Hopf absolviert 1991 ihr Lehrdiplom als Instrumentallehrerin am Vorarlberger Landeskonservatorium in Feldkirch mit Auszeichnung. Bereits während ihres Musikstudiums beschäftigt sie sich intensiv mit der ganzheitlich-sensomotorischen Lernmethode Dynamische Integration, Dynintegra© und lernt deren Wert am "eigenen Leib" zu schätzen.

In den folgenden Jahren qualifiziert sie sich - nach Abschluss der zweijährigen Grundausbildung und regelmäßigen Fortbildungen - in weiteren drei Jahren zur zertifizierten Trainerin für Dynamische Integration.

https://www.nms-bregenzstadt.at/team/dynamische-integration/

Entwicklungspsychologie


Die Dynamische Integration aus entwicklungspsychologischer Sicht

Als Physiker und Bewegungsforscher weist Moshe Feldenkrais in seinen Büchern immer wieder auf die Bedeutung der Schwerkraft als stärkste auf den Menschen wirkende Kraft hin. Beim Entdecken und Initiieren neuer Bewegungsmuster werden diese Erkenntnisse auch in der Dynamischen Integration angewandt. So werden Arbeitspositionen angeboten, bei denen der Lernende möglichst wenig muskuläre Haltearbeit benötigt. Meist bietet sich dabei die Position im Liegen an.

Die kognitive Theorie nach Jean Piaget

Piaget ging von qualitativen Veränderungen im Entwicklungsverlauf und somit von einem diskontinuierlichen Verlauf aus (vgl. Lohaus/Vierhaus 2015, 8). Über die Modifikation von Reflexen entstehen im Rahmen einer einfachen Kreisreaktion, die einfachen Gewohnheiten.

Die sekundäre Kreisreaktion erfolgt durch die aktive Wiederholung dieser einfachen Handlungen und führt zur Entwicklung einer Vielfalt an sogenannten Schemata. Sekundäre Kreisreaktionen werden verknüpft, koordiniert.

Experimentieren mit Versuch und Irrtum führt zur Entstehung neuer Handlungsmuster. Am Ende dieser Entwicklungsphase sind sowohl für Motorik, wie für die Sensorik, Schemata vorhanden, die Koordination von Bewegung und Orientierung im Raum zunehmend verbessern. Verbunden mit einem größeren Repertoire an sensomotorischen Mustern, verbessert sich das Denken maßgeblich, wird sicherer und beweglicher (vgl. Lohaus/Vierhaus 2015, 25 ff).

Die Dynamische Integration/Dynintegra©-Bewegungspädagogik erreicht über verschiedene Techniken der Aufmerksamkeitslenkung, Wahrnehmung und Differenzierung eine Erweiterung der vorhandenen Bewegungsmöglichkeiten und deren Integration. Sensorische Wahrnehmung lässt Bewegungsgefühl entstehen. Über Bewegungsgefühl wird die Wiederherstellung einer bestimmten Muskelspannung oder einer Winkelstellung im Gelenk initiiert und Koordination zu aktiven Bewegungsmustern möglich. Die Aneignung dieser neuen Bewegungssequenzen geschieht über incidentelles Lernen. Resultate zeigen sich in spontanen Koordinationen neuer Muster. Bezeichnend für diese neuen Muster ist ihre Leichtigkeit und höhere Effizienz.

Hypothese:

Durch optimales verringern der Muskelarbeit gegen die Schwerkraft im Liegen, sieht sich ein Organismus oder das Gehirn, wieder im Stadium der sensumotorischen Entwicklungsstufe. Als Folge davon könnten mit Inputs in Form von differenziert wahrgenommener Bewegung - eine Hauptaufgabe dieser Entwicklungszeit - neue neuronale Verschaltungen und somit Gehirnentwicklung, angeregt werden.

Sabine Mansoory, Aug. 2018



Literatur:

Lohaus, Arnold / Vierhaus, Marc (2015): Entwicklungspsychologie. 3. Aufl., Berlin Heidelberg: Springer Verlag


Resilienz


Resilienz

Resilienz bezeichnet die seelische Widerstandsfähigkeit eines Menschen. "Resilienzfaktoren bzw. Ressourcen" (Fröhlich-Gildhoff/Rönnau-Böse 2015, 38) sind entscheidend dafür, in welche Richtung Entwicklung verläuft und ob ein Mensch die Kompetenzen entwickelt, die er für ein angemessenes Leben in der Gesellschaft und zur Selbstentfaltung benötigt. Resilienz ist eine individuelle Fähigkeit und Resilienzfaktoren sind Eigenschaften, die ausgebildet werden können. Verschiedene Studien haben übergreifend Selbstwahrnehmung, Selbststeuerung, Selbstwirksamkeit, Soziale Kompetenz, Problemlösefähigkeiten und Adaptive Bewältigungskompetenzen als besonders relevant benannt. Ein positives Selbstkonzept, internale Kontrollüberzeugung, Planungskompetenz, Zielorientierung, Selbstregulierung und Selbstregulationsfähigkeit sind einige der empirisch ermittelten Schutzfaktoren (vgl. Fröhlich-Gildhoff/Rönnau-Böse 2015, 42).

Selbstwahrnehmungskompetenzen und Selbstwirksamkeit werden über die Dynamische Integration wesentlich beeinflusst. Selbstwahrnehmung wird initiiert und auf alle Körperbereiche gelenkt. Da Emotionen, egal welcher Art, immer von Spannungszuständen begleitet werden, wird damit indirekt auch Emotionswissen vermittelt. Eine wahrgenommene Spannung, zum Beispiel im Bauch kann dem gerade erlebten Gefühl der Angst zugeordnet und dann unter Umständen losgelassen wer-den. Der Mensch kann so mögliche Strategien zur Beruhigung finden. Jede noch so kleine gelungene Bewegung stärkt die Selbstwirksamkeit und das Selbstgefühl. Kleines Gelingen gibt Mut für große Aufgaben.

Selbstwahrnehmung

In ihrem Buch "Resilienz" schreiben Fröhlich-Gildhoff/Rönnau-Böse, dass Körper- und Sinneserfahrungen seit der Geburt wichtige Quelle für die Selbstwahrnehmung sind. Die Schulung der Selbstaufmerksamkeit beinhaltet die Schulung der Sensibilität für Wahrnehmungsinformationen und die der Differenzierung. Selbstbeobachtung fördert selbstbezogenes Denken und die Fähigkeit zur Reflexion. Um Selbst- und Fremdwahrnehmung zu ermöglichen und das Selbstkonzept zu stärken, sollen Kinder darin unterstützt werden, Sensibilität für ihren Körper zu entwickeln. Sie sollen Gefühlsqualitäten differenzieren und benennen können. Das Selbstkonzept entwickelt sich durch Erfahrung und Selbsterfahrung. Die Selbstwahrnehmung prägt das Selbst als handlungsleitende Instanz und damit die Informationsverarbeitung und Interaktion mit der Umgebung (vgl. Fröhlich-Gildhoff/Rönnau-Böse 2015, 42-46).

In einer Dynintegra Bewegungslektion lernen Klienten selbst auszuprobieren und werden gleichzeitig dazu ermutigt. Reverenzpunkte für gute oder angemessene Bewegung sind dabei gefühlte Leichtigkeit und Qualität.

Selbstwirksamkeit

Nach Fröhlich-Gildhoff/Rönnau-Böse haben für die Selbstwirksamkeit eigene Handlungserfahrungen die größte Bedeutung. Erfolge stärken die internale Kontrollüberzeugung und führen zu einem realistischen Attribuierungsstil. Das Gefühl von Selbstwirksamkeit stärkt die Motivation und impliziert bewältigungsorientiertes Handeln. Selbstwirksamkeit bedeutet, Erfolge auf Handlung zu beziehen, und Strategien entwickeln zu können. Erfahrungen und Verantwortung fördern Selbstwirksamkeit (vgl.Fröhlich-Gildhoff/Rönnau-Böse 2015,45-48). Es ist sehr wichtig, dass ein Mensch seinen eigenen Einfluss auf Erfolg bei Aufgaben und Herausforderungen kennen lernt. Resilientes Verhalten ist aktives Verhalten (vgl. Fröhlich-Gildhoff/Rönnau-Böse 2015, 13).

Mit der Dynamischen Integration werden bereits vorhandenen Bewegungsfähigkei-ten verbessert und erweitert. Die Klient*in lernt zu unterscheiden, um sich für eine Bewegungsmöglichkeit zu entscheiden. Wahlmöglichkeiten werden im Rahmen des Möglichen erarbeitet. Daraus resultiert Kontrollüberzeugung, die sich auch auf an-dere Bereiche ausdehnt. Ausprobieren verschiedener Bewegungsstrategien für ein Ergebnis, zum Beispiel dem des "Zum-Sitzen-Kommens", stärkt allgemein die Planungskompetenzen und die Problemlösungsfähigkeiten.

Problemlösefähigkeit regt die Weiterentwicklung von Hirnstrukturen an. Fröhlich-Gildhoff/Rönnau-Böse sagen, dass eine erfolgte Problemlösung ihrerseits die kognitiven Kompetenzen stärkt (vgl. Fröhlich-Gildhoff/Rönnau-Böse 2015, 55).

Ein begleitendes Lernziel der Dynamischen Integration ist die Fähigkeit zur Eigenverantwortlichkeit. Die Klient*in soll sich nicht anstrengen und nur das, was einfach und leicht geht, wird gemacht. Klienten lernen wahrzunehmen und ihre momenta-nen Grenzen zu erkennen. Sie werden ermutigt, daraus für sich zu entscheiden, was gewollt oder machbar ist. In einem Setting der Dynamischen Integration wählen Klienten selbst den Grad der Anforderung. Erfahrungsgemäß steigt der mit den positiven Bewältigungserlebnis-sen bei der Koordination von Bewegung.

Soziale Kompetenz beinhaltet Verantwortungsbewusstsein und Empathie. Sie wird neben den emotionalen Kompetenzen auch getragen von differenzierter Wahrnehmung, Selbst-wert und Informationsverarbeitung. (vgl. Fröhlich-Gildhoff/Rönnau-Böse 2015, 52).

"Wer weiß was er tut, kann tun, was er will"
Moshe Feldenkrais

Mit der Dynamischen Integration kann an vielen Entwicklungsaufgaben gleichzeitig gearbeitet und meiner Meinung nach "nachgearbeitet" werden. Gut bewältigte Entwicklung bedingt persönliche Ressourcen in Belastungs- und Krisensituationen.

Sabine Mansoory, Februar 2019

Literatur:
Fröhlich-Gildhoff, Klaus / Rönnau-Böse, Maike (2015): Resilienz, 4.Auflage, München: Ernst Reinhard Verlag

Menschen mit Behinderung


Dynamische Integration im Arbeitsfeld Menschen mit Behinderung

Die Dynamische Integration als Bewegungslehre ermöglicht es Menschen mit Behinderung über Aufmerksamkeit und Differenzierung in Bezug auf den eigenen Körper, ihr Körperschema zu erweitern.

Die Kommunikation erfolgt nonverbal. Über die sensorische Lenkung der Aufmerksamkeit an eine Stelle, erfährt der Mensch sich selbst. Er lernt, den Grad von Muskelspannung zu unterscheiden und erlangt so Kontrolle. Bewegungselemente werden bewusst. Der erfahrene Lehrer nimmt Bewegungsimpulse auf und verbindet sie so, dass sie zusammenhängend ins Bewusstsein gelangen.

Dynamische Integration als Methode der basalen Bildung

Eine Lektion in Dynamischer Integration ist basale Bildung für Menschen mit und ohne Beeinträchtigung.


Sie ermöglicht über bewusste Körper- und Bewegungserfahrung die Initiierung von Bewegung oder eine Verfeinerung der bestehenden Bewegungsmuster für größere Effizienz. Genutzt werden dazu die eigenen Strategien des menschlichen Gehirns, neuronale Verknüpfungen zu erstellen, um Entwicklung zu ermöglichen und voranzutreiben.

Im Focus unserer Betrachtung stehen Menschen mit schweren Mehrfachbehinderungen. Ihrer besonderen Situation geschuldet haben diese als Kinder seltener die Gelegenheit eine gutes und umfassendes Körperschema aufzubauen und ihre Körpermotorik zu entwickeln. Es ist bekannt, dass Spastik und stundenlanges Sitzen im Rollstuhl differenzierte Wahrnehmung beeinträchtigen und zum Verlust von Körperwahrnehmung führen, was wiederum Spastizität begünstigt. Vermeintlich entstehen Kontrakturen, der Mensch ist starr und behält seine Rollstuhl Sitzposition auch außerhalb, zum Beispiel im Bett, bei.

Dies verhindert zunehmend Eigeninitiative und Selbstbestimmung. Assistenzbedarf und Abhängigkeit erhöhen sich.

In unserer Arbeit mit schwer mehrfachbehinderten Menschen setzten wir bei dem an, was möglich ist und interessiert. Dies erfordert direkteste Begegnung und ungeteilte Aufmerksamkeit. Ich nehme wahr, spüre, empfinde, höre, sehe und spiegle.

Konkret erschließe ich mir über Bewegungsbeobachtung und Wahrnehmung die Äußerungsweisen und -möglichkeiten meines Gegenübers, seien sie auch noch so zart oder überschießend. Ich entdecke Interessen und Wichtigkeiten. Sie teilen sich über Bewegung mit. Bewegung der Augen, die schneller wird oder aufhört, über ein spürbares inneres Innehalten, über einen Zuwachs an Spannung oder Entspannung.

Wir beginnen dort, wo die Klient*in steht. Wir nehmen das, was möglich ist und versuchen Bekanntes zu variieren, indem wir es anders, besser, schlechter machen. Oder wir versuchen uns gleich am Unmöglichen und nutzen die oft ungeheure Motivation, die eine Initialbewegung ermöglicht. Damit ist der erste Schritt geschafft. Manchmal möchte sich jemand einfach im Bett umdrehen können. Oder den Lifter einmal selbst bedienen, sich an der Nase fassen, die Zahnbürste selbst in die Hand nehmen.

Unser Gegenüber erfährt nicht nur Zuwendung und Achtsamkeit, sie/er erfährt sich selbst, weil ein Teil der Kunst darin besteht, die Aufmerksamkeit der Klient*in auf das zu lenken, was sie gerade macht.

Im heilpädagogischen Kontext spreche ich hier von geteilter Aufmerksamkeit und direkter, sensibler Responsivität auf Bewegungsäußerungen im Kontext physiologischer Bewegungsdynamik.

Der Mensch mit Behinderung erlebt sich selbsttätig und selbst wirksam und äußert dies mit einer verstärkten Aufmerksamkeit. Die Zeichen hierfür sind universell und können beobachtet werden. Die Handlungsfähigkeit, erlebt über nonverbalen Responsivität, führt zur Handlungsbereitschaft und gewährleistet positive Wechselwirkungen für Verbesserung in diesen Bereichen.

Meine Erfahrungen mit schwer mehrfach behinderten Menschen zeigte mir Auswirkungen unserer Körperarbeit auf viele Ebenen: Die Perspektive tätig sein zu können in bedeutender Lebenswelt, macht Mut, bringt Freude, Eigeninitiative und den Ehrgeiz, sich mehr von sich und der Welt zu erobern.

Auch Menschen mit Verhaltensauffälligkeiten und Lernschwierigkeiten profitieren davon. Erklärungen können in der Gehirnforschung, in der Psychologie, der Entwicklungspsychologie gefunden, oder über das bio-psychosoziale Modell nach Fröhlich-Gildhoff nachvollzogen werden.


Sabine Mansoory

Lernen


Die Dynamische Integration, Dynintegra© - ein ganzheitlich-sensomotorisches Körperwahrnehmungskonzept auf neurophysiologischer Basis als Grundlage jeglichen Lernens

Die Dynamische Integration basiert auf einem tiefen Verständnis des menschlichen Lernprozesses. Sie lässt uns wiederentdecken wie wir als Kleinkind gelernt haben: Nach einem uns innewohnenden Programm, allein getrieben durch die Neugier. Spielerisch und mit Wohlbefinden entwickelten wir ganz aus uns selbst heraus die Fähigkeit des Stehens und Gehens und eroberten uns Schritt für Schritt unsere Umwelt. Ein unfehlbares Empfinden erlebter Leichtigkeit, Freude und Wohlgefühl leitete uns dabei, zielführende- das heißt effiziente- Bewegungen herauszufiltern und für uns nutzbar zu machen. Auf diese Weise wurden neuronale Vernetzungen gebildet, das Gehirn strukturiert.

Auch im Schul- und Erwachsenenalter kann dieses innere (Lern-) Programm des spürenden Wissens wieder bzw. neu erfahren und als Basis jeglicher Weiterentwicklung (Lernen) genutzt werden.

Somit eignet sich das wahrnehmungspädagogische Bewegungskonzept Dynamische Integration, Dynintegra© als Grundlage nachhaltigen Lernens für sämtliche Bildungseinrichtungen.

An der Neuen Mittelschule Bregenz-Stadt bereichert die Methode als sensomotorisches Zusatzangebot bereits seit mehr als zehn Jahren den pädagogischen Alltag. Schülerinnen und Schüler im Alter zwischen 10 und 15 Jahren erfahren erweiterte Unterstützung beim Erlernen ihres Instruments, beim Singen, sowie im allgemein schulischen Bereich. Das freiwillige Angebot - die sogenannten "Wohlfühlstunden" - werden von den Schülern sehr gerne genutzt.

Körperorientierter Musikunterricht

Das bewusste Entdecken des "Körperinstrumentes", die kinästhetische Erfahrung vom Zusammenwirken des Bewegungsapparates mit der Muskulatur und den Atemorganen in seiner Komplexität ermöglicht das Erkennen und Auflösen ineffizienter Bewegungsmuster. Die Auswirkungen auf sein Spiel ist für den Instrumentalisten in Form von mehr Leichtigkeit, verbesserter Klangqualität und musikalischer Ausdrucksfähigkeit direkt spür- und hörbar. Der Geiger Yehudi Menuhin formulierte dies folgendermaßen: "hier muss man ansetzen: [...] sich seiner selbst bewusst werden, die Muskeln, den ganzen Bewegungsapparat, die Nerven und die Empfindungen bewusst wahrzunehmen und zu erleben. Alles immer mehr zu nuancieren und auf das Spiel zu übertragen." (aus: Frauchinger, Der eigene Ton, Ammann 2000)

Allgemein schulischer Bereich

Die Dynamische Integration unterstützt Schülerinnen und Schüler in ihrer Selbstwahrnehmung und sensorischen Integration. Durch ein effizienteres Zusammenspiel von Haltung, Atmung und dynamischer Beweglichkeit wird ein besseres Körpergefühl erzielt. Der Schüler empfindet Freude und Leichtigkeit, was sich positiv auf sein Lernverhalten auswirkt. Der lösungsorientierte Ansatz der Methode eröffnet Freiraum zum Entdecken bislang unbekannter Möglichkeiten und fördert dadurch Selbstwirksamkeit und Eigenorganisation. Das eigene Potenzial kann erkannt und gelebt werden.

Die ganzheitlich-sensomotorische Körperarbeit wird derzeit wie folgt angeboten:

  • Einzel, Dual oder Gruppenunterricht
  • Coaching für Instrumentalisten und Sänger
  • Fortbildungen für Pädagogen und Musikpädagogen

Weitere Informationen aus der Praxisarbeit finden sie unter: https://www.nms-bregenzstadt.at/team/dynamische-integration/


Bei weiteren Fragen wenden Sie sich bitte per E-Mail gerne an: hopf.lindau@freenet.de


Eva Hopf, Pädagogin für Musik und Dynamische Integration


Lernbeeinträchtigungen


Lernbeeinträchtigungen und deren Ursachen

Jedes Kind wird normalerweise mit überlebensnotwendigen frühkindlichen (primitiven) Reflexen geboren, die die kindliche Entwicklung zunächst vorantreiben. Mit fortschreitender Gehirnreifung werden diese gehemmt bzw. in sog. Haltungsreflexe transformiert, wodurch - nach gründlicher Einübung während des ersten Lebensjahres- ermöglicht wird, sich in allen nur erdenklichen Bewegungsmustern und Körperpositionen selbstverständlich und mühelos zu bewegen. Unterliegt dieser Prozess prä-, peri-, oder postnatalen Störungen, können frühkindliche Reflexe weiter aktiv bleiben und die nachfolgende Entwicklung negativ beeinträchtigen. Trotz (über)durchschnittlicher Intelligenz können Lern-, Verhaltens und Bewegungsprobleme daraus resultieren, wie aus einer langjährigen Studie des Instituts für Neuro-Physiologische Psychologie (INPP), England hervorgeht.

Weiterhin belegt eine wissenschaftliche Untersuchung der Hochschule Aalen, dass Störungen der inneren Balance auch die kognitive Entwicklung negativ beeinflussen. So erreichten Kinder mit Beeinträchtigung des Gleichgewichts in den Fächern Deutsch, Mathematik und Sport Zensuren, die jeweils um 0,6 bis 0,7 Notenstufen schlechter waren als beim Durchschnitt der Schüler.

Aufgrund des heutigen wissenschaftlichen Erkenntnisstandes und den Erfahrungen von Lehrkräften aus der Praxis des Schulalltags, wird es immer notwendiger, Sensomotorisches Lernen an Schulen und anderen Bildungseinrichtungen anzubieten. Beeinträchtigungen wie Koordinations- und Bewegungsprobleme, Konzentrationsmangel, Hyperaktivität, Ängste etc. erschweren die Lernfähigkeit und stehen erfolgreicher Wissensvermittlung im Wege.

Eva Hopf, Pädagogin für Musik und Dynamische Integration

Schmerzen im Beweguungsapparat


Gewohnte, eingespielte Bewegungsmuster können den Bewegungsapparat einseitig belasten. Begleitende, nicht zur Effektivität beitragende Muskelaktivitäten erschweren Bewegung, belasten Gelenke und verbrauchen unnütz viel Energie. Eine hohe Muskelspannung, zum Beispiel in der Rückenmuskulatur, bringt hohe Druckbelastung auf die Gelenke, die sich dadurch abnutzen können.

Gute und gesunde Bewegung fühlt sich leicht an. Dann nämlich ist sie gut koordiniert und physiologisch. Idealerweise ist Muskelarbeit fein aufeinander abgestimmt, wodurch effektive, als leicht und fließend empfundene Bewegungsabläufe ermöglicht werden. Große Muskeln sind für schwere Arbeit ausgelegt, kleine übernehmen die Feinabstimmung.

Bewegung entsteht im Gehirn und deren Organisation und Qualität kann mit Hilfe der Dynamische Integration auf neuronaler Basis erweitert und verbessert werden. Mit der Dynamischen Integration werden Bewegungsabläufe unter Einbeziehung der Schwerkraft in ihrer Effizienz zunächst erspürt und entdeckt. Daraus ergibt sich dann die Möglichkeit, sich eine individuelle und effektive Bewegungsdynamik zu erschließen. Muskeln entspannen sich, Gelenke erhalten wieder mehr Spielraum, die Bewegung wird leicht.

In Einzelsitzungen kommuniziert der Lehrer mit dem Klienten und dessen Nervensystem. Die Körperwahrnehmung wird geschult, was eine Feinabstimmung der Muskulatur beim Bewegungsablauf mit sich bringt. Eine gute Abstimmung von Muskeltätigkeit bewirkt mehr innere Sicherheit und minimiert die Gefahr sich zu verletzen.

Ursache von Muskelschmerzen ist oft eine mangelnde Durchblutung durch Verspannung. Löst sich die Verkrampfung, wird der Muskel wieder gut mit Sauerstoff versorgt. Gelenke werden freigegeben und können ihrerseits über strukturkonforme Weiterleitung von Krafteinwirkungen die Knochen selbst und Gelenke vor Verschleiß schützen.

Die Arbeit mit der Dynamischen Integration orientiert sich am Bedürfnis des Klienten. Dies erfordert ein Höchstmaß an Eigenerfahrung, sowie eine ausgeprägte Beobachtungsgabe, um die individuellen Bewegungsmuster jedes Einzelnen zu erkennen und nachzuvollziehen. Die Klienten werden dann darin unterstützt, für sich effizientere Beweglichkeit zu entdecken.

Pädagogik ist Anleitung und Begleitung beim Erlernen von natürlichen Vorgängen. 

Über mich


Pharmazeutisch-technische-Assistentin / Naturwiss.-techn. Akademie Isny
Meine berufliche Laufbahn beginnt 1979 mit der Ausbildung zur pharmazeutisch-technischen Assistentin. Die längste Zeit meines Lebens verbringe ich mit diesem Beruf.

Nach einer Unterbrechung aufgrund einer zweiten Berufsausbildung kehre ich 1997 wieder in den Apothekenalltag zurück. Die letzten 17 Jahre arbeite ich in einer namhaften, naturheilkundlich orientierten und beratungsintensiven Apotheke.

Masseurin und med. Bademeisterin / Sebastian Kneipp Berufsfachschule in Bad Wörishofen
1989 entschließe ich mich zu einer zweiten Ausbildung. Über mehrere Berufsjahre sammle ich einen reichen Erfahrungsschatz auf diesem Gebiet.

Dynintegra© Bewegungslehre
Dynintegra© - Dynamische Integration ist ein bewegungspädagogischer Ansatz, der sich aus der Feldenkrais-Methode ableitet. Über Bewegungserfahrung werden neue Verknüpfungen im Gehirn aufgebaut. Dies kann eine bessere Selbstorganisation bei Schmerzen, Körperbehinderung, aber auch mehr Stabilität und Balance bei emotionalen und Verhaltensstörungen bewirken.

Die Ausbildung zur Dynintegra© Bewegungslehrerin endete 1993. Freiberufliche Tätigkeit.

Buteyko- Atemtechnik
2013 absolvierte ich eine Ausbildung zur Buteyko-Atemlehrein. Die Methode ist wissenschaftlich und kann als Selbsthilfemethode bei Asthma, Allergien und anderen Erkrankungen der Atemwege genutzt werden. Neuerdings wird die Technik auch zur Höhenakklimatisierung von Bergsteigern und zur Leistungssteigerung von Sportlern genutzt. Freiberufliche Tätigkeit.

2017 Ausbildung zur Heilpädagogin an der ifsb Ravensburg. Staatliche Anerkennung seit Juli 2020.

Impressum / Kontakt


  • 87437 Kempten (Allgäu), Deutschland

Literatur


Fischer, Klaus 2019: Einführung in die Psychomotorik, 4.Auflage. München: Ernst Reinhardt Verlag

Fuchs, Thomas (2018): Leib∙Raum∙Person, 2. Aufl., Stuttgart: Klett-Cotta

Fuchs Thomas (2017): Das Gehirn – ein Beziehungsorgan, 5.Aufl., Stuttgart: W. Kohlhammer GmbH

Kuhlenkamp, Stefanie 2017: Lehrbuch Psychomotorik. München: Ernst Reinhardt Verlag

Lohaus, Arnold / Vierhaus, Marc (2015): Entwicklungspsychologie. 3. Aufl., Berlin Heidelberg: Springer Verlag

Rosa, Hartmut (2016): Resonanz. Berlin: Suhrkamp Verlag

Rosa Hartmut (2020): Unverfügbarkeit, 6.Auflage. Wien, Salzburg: Residenz Verlag

Schellhammer, Barbara (2019): Fremdheitsfähig werden – Zur Bedeutung der Selbstsorge für den Umgang mit Fremdem. Freiburg / München: Verlag Karl Alber

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